Der Regisseur

Jürgen R. Weber wurde in Hamburg geboren und wollte schon in jungen Jahren Heldentenor werden. Da er aber Bariton und zudem  sängerisch unglaublich  unbegabt war, studierte er bei Götz Friedrich Musiktheater-Regie. Nachdem er das Studium mit einer brutal/blutigen Inszenierung von “Die lustige Witwe” abgeschlossen hatte, komponierte er Musik für Werbefilme (”Tesakrepp Fensterdicht”). Für eine freie Gruppe schrieb und inszenierte er die Biopera “Die Rose des Himmels” über das Leben von Claudio Monteverdi. Dann wandte er sich dem Fernsehen zu um dort keine Opern sondern Seifenopern wie “GZSZ” und “Sturm der Liebe” zu spielleitern. Verschiedenen Arztserien diente er als Regisseur und Autor, und auch das Serienentwickeln, (”Verliebt in Berlin”), konnte er nicht lassen. Daneben frönte er auch dem pädagogischen Eros und war u.a. Dozent für Regie an der Universität der Künste Berlin.
Nach verschiedenen Kinderserien (”Die Graslöwen”, “Siebenstein”, “Löwenzahn reloaded”) zog es ihn schließlich wieder unbarmherzig zum Musiktheater und er inszenierte in Erfurt “Die Leiche im Sack”, in Leipzig “Der Graf von Luxemburg” und in Chemnitz die „Rose vom Liebesgarten“. Dieses Jahr wird er neben „Robin Hood“ in Erfurt „Die Lustige Witwe“ in Würzburg und „Der Schwanenjäger“ in Chemnitz inszenieren. Dort übernimmt er auch Bühnenbild und Kostüme. 2012 wird er das von ihm komponierte Musical „OKTOBERFEST“ in Chemnitz inszenieren. Jürgen R. Weber schreibt regelmäßig im „Semper“- Opernmagazin die Kollumne „Opernwahnsinn“.

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2 Antworten zu Der Regisseur

  1. E. Seiringer schreibt:

    Schade, dass eine Operette, in deren Vordergrund die Musik stehen sollte, für zeitkritische Elemente und pornographische Reduktion herhalten muss. Provokation,Satire, aufrüttelnde Dialoge etc. haben ihren Platz im Schauspiel. Ich kommunizierte zwischenzeitlich mit vielen Theaterbesuchern „die lustige Witwe“ betreffend .Die Intention der meisten Menschen ist ,wenn sie in eine Operette gehen, die Musik zu genießen und zu entspannen. Sie möchten die vielfältigen Probleme und die alltägliche Auseinandersetzung mit den Hiobsbotschaften einer zerrissenen Welt hinter sich lassen.Wir werden ständig durch die Medien mit dem Zeitgeist und den entsprechenden Mißständen konfrontiert, so dass gerade die Operette als leichte Muse mit ihren wunderschönen Melodien,die eine Geschichte meistens mit happy end erzählt , einen Freiraum für Phantasie, Träume, Romantik im Erleben jedes einzelnen Menschen bieten sollte. Wenn wir hierbei ebenfalls schonungsloser, ernüchternder Realität begegnen ,die uns mit drastischen Mitteln vor Augen geführt wird , wird den Menschen die Phantasie genommen.Wir besuchten diese Operette unvoreingenommen am 1. Weihnachtstag . Aufgrund der provokanten, eindeutigen Darstellung, waren die gefühlvollen Melodien und ihre Botschaft unglaubwürdig. Diese Form der Kreativität und des Ideenreichtums sind in der Operette deplaziert.
    Eine gute Zeit und viele Grüße Elena

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    • Jürgen R. Weber schreibt:

      Vielen Dank für ihren Kommantar. Es ist immer interessant wie unterschiedlich Zuaschauer reagieren. Dass bei einer Operette zeitkritische Elmenente fehl am Platz sind und Erotik oder wie sie es sehen „pornographische“ Reduktionen nicht passen halte ich aber rein theaterhistorisch betrachtet für falsch.

      Es gibt ein interessantes Buch über das Thema:

      Schlüpfrig, albern und grotesk: Als die Operette Mitte des 19.
      Jahrhunderts entstand, war sie durch und durch unseriös. Ein Bildband
      erinnert nun an die pornografische Vergangenheit des Genres – und an
      seine Darstellerinnen: die It-Girls des Kaiserreichs.

      Von Sophia Ebert

      hier ein link

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,804900,00.html

      Haben Sie sich je gefragt für was die Namen der Grisetten „Lolo, Dodo. Joujou…etc“ stehen? Haben Sie je die Dialoge der Uraufführungsfassung gelesen? Haben Sie je wirklich nachgedacht was eigentlich die Texte beim Weibermarsch und beim Grisettenlied gesungenwird? Und vom wem? Wenn man all dies bedenkt und reflektiert, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass die „Lustige Witwe“, (schon der Name ist ja etwas anstößig), eigentlich viel unanständiger ist, als meine Inszenierung. Ich habe nur versucht einige Dinge dramaturgisch etwas präziser zu gestalten. Das gefühlvolle Melodien manchmal mit der harten Realität ananeinanderprallen, macht diese Melodien meines Erachtens nur noch magischer. Und Operetten als „Abschalt-Entspannungs-Ereignisse“ zu sehen, heißt dieses Genre nicht ganz ernst zu nehmen. Operette hat immer angeeckt, immer Widerspruch erregt und war bewusst unanständig. Ich respektiere ihre Meinung, habe allerdings auch schon andere, positivere Kommentare dazu gehört und gelesen. Gerade von Menschen, die zum ersten mal in der „Lustigen Witwe“ waren. Manchmal ist das Vorwissen oder die zu starke Erwartungshaltung eine Art Sehbehinderung. Sehen sie eine solche Aufführung wie ein neues Stück. Nicht wie sie glauben, dass es sein müsste. Ich kann verstehen wenn sie sagen „das hat mir nicht gefallen“. Aber muss widersprechen, wenn Sie sagen, dass ich etwas inszeniert habe, was nicht im Stück schon gewesen ist.

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