Zuschauerkommentare


Herzlichen Dank für diese erfrischende Inszenierung und Gratulation an alle Beteiligten. Seit der Premiere vor einer Woche summe ich die Hits dieser seltsamen Operette vor mich hin. Botschaftsball unter dem Pleitegeier, Promi-Fest im Zombie-Look und erotisches Cabaret durchdringen sich auf unterhaltsam-perfide Weise (die Grisetten als hypnotisierende Ball-Sirenen, das »Maxim« mit Anklängen an den Film noir), Die unter dem Schock des Mordes an Camille stehende Valencienne führt im dritten Akt das »Trippeltrapp« der Grisetten an – das ist grotesk und berührend. Trivialmythen des 20. und 21. Jahrhundert werden mehr angespielt als zitiert. Es entsteht dadurch eine ganz eigene Welt, jenseits von Film und Comic. Was ist das für eine unheimliche, komische, armselige und faszinierende Bande, die da feiert, liebt und tötet! Der manchmal etwas schneidige Kasinoton der Original-Stücke (»Das Studium der Weiber ist schwer«) provoziert neu in diesem ambivalenten Umfeld.
Karen Leibers mondäne Präsenz, Peter Schönes feinnervige Desillusioniertheit, die Vielseitigkeit von Anja Gutgesell sowie die Strahlkraft von Joshua Whitener haben mich beeindruckt, man ahnt die verletzten Gefühle und hört sie in der Musik mit. Ich wünsche noch schöne Vorstellungen und werde mir bestimmt noch eine davon anschauen. Dann werde ich wahrscheinlich auch die Vorgeschichten aus den pontevedrischen Wäldern kapieren. Sebastian

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Hallo Sebastian. Ich spiele ja vor allem deshalb den Njegus, damit ich selber irgendwann hinter das Geheimnis von Danilos Vergangenheit komme. Soviel habe ich bisher rausgekriegt: Es hat etwas mit einem Felix Dahn-Dahn-Gedicht zu tun. Der Oberförster

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Mir hat es sehr gut gefallen, vielleicht minimal zu viel Sprechtext für meinen Geschmack, aber ansonsten war es sehr schön! Das wichtigste ist doch, dass man sich nicht langweilt und da besteht bei Operetten bei klassischer Kitsch-Inszenierung ja eine gewisse Gefahr, aber davon war hier zum Glück nichts zu spüren! Die Musiker sind beim Mainfrankentheater ja sowieso meistens super, gepaart mit der witzigen Inszenierung hat es um so mehr Spaß gemacht. Auch die vielen aktuellen Anspielungen und Filmreferenzen waren sehr gelungen eingesetzt, macht ja auch nichts wenn das ein oder andere am typischen Operettenpublikum vorbeigeht…
Insgesamt ein Lob von mir! Meike

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Hallo Meike, mit dem Sprechtext ist das immer so ein Spagat. Im Original gibt es ja sehr viel mehr Dialoge. Für mich ist es wichtig die Geschichte zu erzählen, gleichzeitig zu reflektieren und das ganze eben nicht langweilig zu gestalten. Deshalb ist es für mich sehr nützlich zu erfahren wo „minimal zu viel Sprechtext“ war. Im 1. Teil? Im 2.? Ich mache mir natürlich auch meine Gedanken und habe auch gedanklich auch schon meinen Stift gezückt um hier und da noch mal einzugreifen… Aber es freut mich, dass es dir insgesamt gefallen hat.
Liebe Grüße. Der Regisseur

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Mich hat besonders beeindruckt, wie die Entwicklung Danilos hier in Szene gesetzt ist: In Rückblenden wird deutlich, was für einen grandiosen Abstieg dieser ehemals so glänzende Kriegs- und fast Nationalheld genommen hat, heute ein Botschaftssekretär eines unbedeuten Kleinstaates, der sternhagelvoll reingeschleppt werden muss, im Kreise der Maxim-Mädchen wankend und lächerlich in Unterhosen da steht und sich anziehen lässt. Wirklich eine treffende Methaper für die Selbstüberschätzung, die derzeit überall zu beobachten ist, bei den Banken, in der Politik ….

Das, eingebettet in ein Furioso von Ideen, Zitaten und dann natürlich die mitreißende Musik von Lehar … ich war begeistert! Wie man bei dieser dollen Unterhaltung überhaupt an Buh’s denken kann, ist mir unbegreiflich! OMa

Als Antwort auf OMa .

Buhen ist für auch ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen Theaters und es ist, wie Klatschen, außerdem gesund. Allemal besser als einzuschlafen. Trotzdem: Danke für das Lob. Dr. med. Weber

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Gebuht habe ich nicht, aber gefallen hat mir’s auch nicht! Viele Ideen liefen sich zu Tod (rollende Augen) und waren schnell langweilig, andere waren einfach nur albern (Schlagzeilen: Die CSU warnt …). Die Dialoge wirkten oft gestellt und kamen alles andere als pfiffig rüber. Viele Auf- uid Abtritte gaben einfach keinen Sinn: Figuren irgendwann von der Seite kommen lassen – das kann ein Dorftheater-Regisseur auch! Eine Operette in ein Blutbad-Massaker münden zu lassen, fand ich deplatziert. Alles in allem: Schade! Dabei hätte die momentane politische Situation mit den sich aufdrängenden Parallelen genügend Stoff für wirklich politische Satire geliefert. Erneut eine Produktion, die vermutlich vor vielen leeren Sitzen laufen wird. Auf die Dauer macht sich das Theater so selbst kaputt! Wolfgang Kurfeß

Als Antwort auf Wolfgang Kurfeß .

Lieber Herr Kurfeß, ich habe das Gefühl, dass Sie keinen Respekt vor Dorftheaterregisseuren haben. Dabei ist gerade das Dorftheater ein sehr lebendiges Theater. Direkt, manchmal etwas brachial und immer nah am Hintern des Volkes. Operette ist ja etwas, was das „elitäre Publikum“ den Vorstädtern und Dörflern weggenommen hat. Lassen wir doch die Kirche im Dorf und machen etwas Dorftheater! Lassen wir doch die Darsteller von links und manchmal auch von rechts auftreten! (Wir hatten sogar einige Auftritte aus der Mitte). Das Massaker am Ende habe ich aus meiner Kenntnis des Originaltextes und der politischen Situation der Uraufführungszeit abgeleitet. (Natürlich nur mit meinen bescheidenen Dorftheaterregisseur-Mitteln). Es gab vor dem 1. Weltkrieg einen Tanz auf dem Vulkan in Wien. In Russland brach ein Revolutiönchen nach dem anderen aus. (Auf die die Originaldialoge, die in den 30er Jahren verharmlost wurden, gnadenlos anspielen). Mit anderen Worten: Ich habe versucht den nihilistischen Sprengstoff, der in der „Lustigen Witwe“ steckt und der von großen Regisseuren wie Stroheim und Lubitsch auch herausgearbeitet wurde, zu erzählen. Interessant ist, dass Sie der Produktion leere Sitze vorhersagen. Aus meiner Kenntnis der Verkaufssituation liegen Sie damit nicht richtig. Wünschen Sie sich die leeren Sitze, weil sie glauben, ihre Sicht der Dinge würde von vielen geteilt? Wären Sie sehr traurig wenn die Inszenierung am Ende doch erfolgreich wird? Vielleicht ist das Dorftheater ja das Theater der Zukunft? Wie sagt Goethe doch: „… bedenkt, ihr habet weiches Holz zu spalten…“ Liebe Grüße, der Dorftheaterregisseur

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Ich habe als Backfisch in Österreich gelebt und habe dort viele Operettenaufführungen gehört und gesehen. Damals sang sogar Anton Dermota Operette und wir waren alle begeistert. Diese Aufführung war anders inszeniert, nicht so süßlich wie es früher war, aber eben zeitgemäß. Nur weiter so! Lucie

Als Antwort auf Lucie .

Vielen Dank für das Lob. Ich hoffe, dass es trotzdem etwas süßlich war, weil das ja auch zur Operette gehört, wie Sachertorte zu Wien… Der Chefkonditor

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Eigentlich mag ich keine Operette und hätte fast meinen Abo-Platz verwaist gelassen… Aber, dann hatte ich mich doch überwunden…und einen der vergnüglichsten Theaterabende überhaupt verbracht. Gut, einige Gags waren wirklich etwas, hm, platt.

ABER: So macht Operette Spaß!! Zugegebenerweise trug zu meinem Vergnügen auch die Vorstellung erheblich bei, daß die selbsternannten Musiktheaterautoritäten dieser Stadt ihre Häupter mit Grausen abwenden und wieder einmal wehklagend ihre Stimmen zum Abgesang des Mainfrankentheaters erheben werden!

Ich fand es sehr spannend, Operette mal ganz anders zu sehen.Schön waren natürlich auch die vielen Konnotationen und Zitate… Bühnenbild und Beleuchtung waren kongenial. Musikalisch gefiel es mir auch (aber da bin ich nicht wirklich kompetent in der Beurteilung). Ach ja, „Rosebud“… ich weiß natürlich, dass Sie wissen, was die eigentliche Bedeutung ist und dies auch bewußt verwendeten (war ja auch auf einer Kulisse deutlich sichtbar), aber es würde mich doch interessieren, ob Sie davon ausgingen, dass es das Publikum auch weiß….Wie auch immer, ich hoffe, dies war nicht die letzte Inszenierung an unserm Haus! Gisela

Als Antwort auf Gisela .

Rosebud… natürlich weiß ich um die Bedeutung dieses wichtigen anatomischen Details und als Orson Welles Fan auch um die Möglichkeiten der Verwendung. Aber ich habe dieses Wissen in keiner Weise vorausgesetzt. Das Gedicht, das zum Schluss rezitiert wird, ist auch eine Melange aus einer alten englischen Übersetzung der „Lustigen Witwe“ und einem Charles Bukowski Gedicht. Dort wird „Rosebud“ ganz unschuldig verwendet. Es tummeln sich in dem Text und in den Regieideen jede Menge Zitate und Anspielungen, die von Brecht über „Casablanca“ bis Monty Python reichen. Aber es wäre natürlich unsinnig vom Publikum zu erwarten, all dies dechiffrieren. Es sind einfach Teile der Welt, die ich mit mir   und die so ihren Weg in die „Witwe“ gefunden haben. Live long and prosper! J.R.W.

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Also, ich kenne mich ja weder in der Kritiker- noch in der Theaterwelt aus, fand das in der Presse abgegebene „Zeugnis“ („profefessionell“ heißt dann wohl so viel wie „ganz ordentlich“, aber doch eher mittelmäßig?) über die Vorstellung, die mich bis zu den hintersten Fäserchen meines Zwerchfells erschütterte – angefangen von der Videobegleitung (die mich auch angenehm abzulenken drohte, weil: man wollte ja am liebsten alles lesen können!), den sehr überzeugenden Schauspielern und Sängern und Tänzern, über die versteckten Musiker im Graben. Es brauchte 45 Jahre, um mich zu meiner 1. Operette zu bringen. Und, es war genau die Art von Operette, die es schaffte, mich wirklich zu begeistern! Bei dem 17-Minuten-Applaus (kein fake, ich habe auch gestoppt!) wunderte ich mich, dass keiner aus dem Publikum aufstand, um stehend die Ovation fortzusetzen; ich ärgere mich, dass ich nicht den 1. Schritt gemacht hatte!

Also, lasst euch ja nicht entmutigen! Wenn es den verstaubten Anhängern der alten Operette mißhagte, sollen sie sich ruhig echauffieren. ich glaube nicht, dass Hr. Lehar sich im Grabe vor Entsetzen gedreht hätte, sondern begeistert gewesen wäre von der Kreativität, die er mit seinem Thema auch heute noch freitreten kann!

Ich würde es mir jederzeit noch mal anschauen! Sanne

Als Antwort auf Sanne .

Hallo Sanne, schau dir die Show gerne noch mal an. Du wirst wahrscheinlich viele neue Dinge entdecken, abgesehen davon, dass nicht alles 100% geklappt hat. Ich finde es gut, dass du dich amüsiert hast. Die „verstaubten Anhänger der alten Operette nennst“ sind natürlich auch Teile des Publikums, die ich wichtig finde. Es lag keineswegs in meiner Absicht irgendwie zu provozieren. Eigentlich inszeniere ich immer so, dass ich das Ergebnis selber gerne im Theater sehen würde. (Was in diesem Fall leider nicht möglich ist, da ich selber auf der Bühne stehe). Aber scheinbar hat sich niemand an dem Abend gelangweilt. Das ist schon mal gut. Und wenn die einen viel lachen und die anderen sie aufregen und buhen, ist das sicher alles sehr gut für die Gesundheit. Wir überlegen, ob wir nach der nächsten Vorstellung noch eine kleine Diskussionsrunde durchführen, wo die Zuschauer ihren Frust oder ihre Lust loswerden können. Liebe Grüße aus Chemnitz, wo ich schon wieder am inszenieren bin. Der Regisseur

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Wir sind froh, dass wir das Abo seit Sept. 2011 gekündigt haben. Adelgunde und Ernst-Ludwig Ambrosius

Als Antwort auf Adelgunde und Ernst-Ludwig Ambrosius .

Ich bin froh, dass ich hingegangen bin!

Ich gehe gerne in die Oper und ins Theater, ich möchte unterhalten und zum Nachdenken angeregt und zwar so, dass ich mich noch lange freudig an den Abend erinnere. Wenn „Die Lustige Witwe“ auf dem Spielplan steht, sehe ich normalerweise eine imaginäre, rotblinkende Warnung: „Kitschgefahr“. Dennoch habe ich mich am vergangenen Samstag in die Premiere getraut und meine Meinung steht fest: Wenn Operette – dann so.

Der Regisseur versteht es, die von Lehar lustig gedachten Szenen ebenso witzig wie geistreich zu inszenieren. Dabei lässt er den Figuren ihre Würde, so dass man Ihnen bei ernsten Passagen ihr Anliegen sofort abkauft, ohne sie albern zu finden. Sehr sensibel werden die zwischenmenschlichen Beziehungen erkannt und verdeutlicht, manchmal auch überzogen und provozierend, wie man es in einer Operette erwartet. Noch nie hat mir das Lied von Camille (Wie eine Rosenknospe…) so gut gefallen wie am Samstag, als er versuchte auf der Mini-Galatreppe mit großer Oper Eindruck auf Valencienne zu machen (normalerweise ganz ganz große Kitaschgefahr!). Selten fand ich Tanzszenen fetzig und gleichzeitig stimmig integriert.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Bezug zum Heute assoziativ ist und absolut nichts von den häufig (mindestens teilweise) krampfig wirkenden Übersetzungen in die heutige Welt hat, die man häufig in der Oper sieht. Auch das macht das Zuschauen so leicht und angenehm; wir befinden uns in einer Phantasiewelt voller Andeutungen, die nicht in jedem Detail auf ihre Konsistenz mit einer aktuellen Wirklichkeit geprüft zu werden braucht – dennoch ist die Inszenierung politischer ist als vieles andere was ich gesehen habe.Außerdem habe ich selten so viel gelacht!Grueffelo

Als Antwort auf Adelgunde und Ernst-Ludwig Ambrosius .

Liebe Frau und Lieber Herr Ambrosius, ich bin natürlich nicht froh, dass sie ihr Abo gekündigt haben. Aber ich würde trotzdem gerne etwas wissen: Warum haben Sie es gekündigt? Ihr vermute, dass es in Zusammenhang mit meiner Inszenierung von „Die lustige Witwe“ steht. Damit man darüber in einen fruchtbaren Dialog treten kann, müsste man natürlich wissen was die Gründe für so eine Entscheidung sind. Haben Sie sich gelangweilt? Oder haben Sie andere Erwartungen gehabt? Teilen Sie die Einstellung des Kritikers? Ich würde mich freuen, wenn Sie ihre Gedanken darüber mir mitteilen… Hochachtungsvoll ,Der Regisseur

Mal wieder die typische Selbstüberschätzung der Regisseure!!! Erst jetzt lese ich, dass Sie ihr Abo schon im September gekündigt haben! Also bin ich doch doch nicht der Grund! Alles ein Missverständnis! Also: Kommen Sie am kommenden Samstag ins Theater und schauen Sie sich die Witwe an. Sie werden ihr Abo bestimmt augenblicklich zurück wollen. (Wenn dann noch eines zu haben ist…)

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Das war ein vergnüglicher Abend: Mit musikalischen Highlights, wenigen, aber gekonntenBalletteinlagen, eingerahmt von stichelnden Zeitungskommentaren!  Ruth

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Über Jürgen R. Weber

Jürgen R. Weber wurde in Hamburg geboren und wollte in jungen Jahren Heldentenor werden. Da er aber Bariton und zudem sängerisch unglaublich unbegabt war, studierte er bei Götz Friedrich Musiktheater-Regie. Nachdem er das Studium mit einer etwas exzentrischen, eigenen Fassung von “Die lustige Witwe” abgeschlossen hatte, komponierte er Musik für Werbefilme (”Tesakrepp Fensterdicht”). Für eine freie Gruppe schrieb und inszenierte er die Biopera “Die Rose des Himmels” über das Leben von Claudio Monteverdi. Dann wandte er sich dem Fernsehen zu um dort keine Opern sondern Seifenopern wie “GZSZ” und “Sturm der Liebe” zu spielleitern. Verschiedenen Arztserien diente er als Regisseur und Autor und auch das Serienentwickeln, (”Verliebt in Berlin”), konnte er nicht lassen. Daneben frönte er auch dem pädagogischen Eros und war u.a. Dozent für Regie an der Universität der Künste Berlin. Nach verschiedenen Kinderserien (”Die Graslöwen”, “Siebenstein”, “Löwenzahn reloaded”) zog es ihn schließlich wieder unbarmherzig zum Musiktheater und er inszenierte in Erfurt “Die Leiche im Sack”, in Leipzig “Der Graf von Luxemburg” und in Chemnitz die „Rose vom Liebesgarten“.Er inszenierte „Robin Hood“ in Erfurt „Die Lustige Witwe“ in Würzburg und „Swanhunter“ in Chemnitz. 2013 übernahm er bei der erfolgreichen Uraufführung von "MOLLY EYRE", von Tamsin Kate Walker die Regie und Ausstattung. Er arbeitet an der Musik und dem Libretto der Musicals "OKTOBERFEST" und "4Groschenoper". Außerdem schreibt und komponiert er regelmäßig für seine Zombie-Oper "WTF or a male feminists rape fantasy", vom dem Teile im September 2012 im Ballhaus Rixdorf in Berlin aufgeführt wurden. Bei der Inszenierung von DER TRAUM EIN LEBEN 2014 an der Oper Bonn war er nicht für die Regie verantwortlich, sondern übernahm auch die Rolle des "Mannes vom Felsen". Danach inszenierte er dort DIE WINTERREISE und HOLOFERNES. In Oldenburg inszenierte er HERCULES. Dabei übernahm Jürgen auch Bühnenbild und Kostüme. 2017 inszeniert er bei den Domstufenfestspielen Erfurt IL TROVATORE von Giuseppe Verdi. 2018 wird er die von ihm und Charles Hart geschriebene Oper MARX IN LONDON in Bonn inszenieren.
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5 Antworten zu Zuschauerkommentare

  1. Ruth schreibt:

    Das war ein vergnüglicher Abend: Mit musikalischen Highlights, wenigen, aber gekonnten Balletteinlagen, eingerahmt von stichelnden Zeitungskommentaren!

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  2. Sebastian schreibt:

    Herzlichen Dank für diese erfrischende Inszenierung und Gratulation an alle Beteiligten. Seit der Premiere vor einer Woche summe ich die Hits dieser seltsamen Operette vor mich hin. Botschaftsball unter dem Pleitegeier, Promi-Fest im Zombie-Look und erotisches Cabaret durchdringen sich auf unterhaltsam-perfide Weise (die Grisetten als hypnotisierende Ball-Sirenen, das »Maxim« mit Anklängen an den Film noir), Die unter dem Schock des Mordes an Camille stehende Valencienne führt im dritten Akt das »Trippeltrapp« der Grisetten an – das ist grotesk und berührend. Trivialmythen des 20. und 21. Jahrhundert werden mehr angespielt als zitiert. Es entsteht dadurch eine ganz eigene Welt, jenseits von Film und Comic. Was ist das für eine unheimliche, komische, armselige und faszinierende Bande, die da feiert, liebt und tötet! Der manchmal etwas schneidige Kasinoton der Original-Stücke (»Das Studium der Weiber ist schwer«) provoziert neu in diesem ambivalenten Umfeld.
    Karen Leibers mondäne Präsenz, Peter Schönes feinnervige Desillusioniertheit, die Vielseitigkeit von Anja Gutgesell sowie die Strahlkraft von Joshua Whitener haben mich beeindruckt, man ahnt die verletzten Gefühle und hört sie in der Musik mit. Ich wünsche noch schöne Vorstellungen und werde mir bestimmt noch eine davon anschauen. Dann werde ich wahrscheinlich auch die Vorgeschichten aus den pontevedrischen Wäldern kapieren.

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  3. Jürgen R. Weber schreibt:

    Hallo Sebastian. Ich spiele ja vor allem deshalb den Njegus, damit ich selber irgendwann hinter das Geheimnis von Danilos Vergangenheit komme. Soviel habe ich bisher rausgekriegt: Es hat etwas mit einem Felix Dahn-Dahn-Gedicht zu tun. Der Oberförster

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  4. Alfred Karl schreibt:

    Aufführung „Die lustige Witwe“ am 27.11.11, 15.00 Uhr: Vorstellung in der Pause verlassen!
    Die Herren Lehár, Léon, Stein und sogar Götz Friedrich würden angesichts des geschwätzigen, egomanen Psychopathen Njegus alias J. R. W. allesamt im Grab rotieren.
    Schade für das Mainfrankentheater, das schon so oft um seine Existenz bangen mußte.
    Welcher Leuchtturm dagegen „L’Africaine“.

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    • Jürgen R. Weber schreibt:

      Lieber Herr Karl,
      vielen Dank für ihren Kommentar. Ich finde es schön, dass Sie sich um die Zukunft des Mainfrankentheaters sorgen. Und ich bewundere ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Parapsychologie. Aber ich dann doch einmal selber in Wien, Bad Ischl und Berlin recherchiert, ob am 27. irgendwelche ungewöhnlichen Vorkommnisse auf den Friedhöfen stattfanden. Aber es war mucksmäuschenstill. Kein Rotieren, nicht einmal ein erbostes Knochengeklapper. Also was haben Sie wirklich gehört? Und warum sind Sie in der Pause gegangen? Es hat Ihnen nicht gefallen. Aber was genau hat ihnen nicht gefallen? Und warum die Anrufung der Toten? Wenn einem die Inszenierung nicht gefällt, genießt man die Musik und schließt die Augen. So mache ich das zumindest. Wenn dann auch noch schlecht musiziert wird und man etwas besseres zu tun hat, sollte man gehen. Aber die Aufführung am Sonntag war musikalisch hervorragend und nur ein Ignorant würde vor den Highlights des 2. Teils gehen. Ich bin mir sicher, dass Sie kein solcher sind. Also: Was war los? Etwas Persönliches? Privater Ärger? Vielleicht sollten Sie sich irgendwann einmal mit guter Laune den 2. Teil anschauen. Dann verstehen Sie vielleicht auch warum niemand in seinem Sarg rotierte, sondern im Gegenteil die Toten sich über lebendiges Theater freuen. Ich verspreche Ihnen dann auch Rede und Antwort zu stehen. Oder Sie kommen einfach zu der folgenden Veranstaltung: Am 5. Dezember 2011 um 19.30 Uhr gibt es im Oberen Foyer eine Gesprächsrunde mit Publikum und Theaterschaffenden.

      Intendant Hermann Schneider, Ballettdirektorin Anna Vita, Generalmusikdirektor Enrico Calesso, Schauspieldirektor Bernhard Stengele sowie die Regisseure Deborah Epstein („Kein schöner Land! Ein Heimatabend“) und Jürgen R. Weber („Die lustige Witwe“) laden herzlich zu dieser Gesprächsrunde und freuen sich auf Ihr Kommen.

      Dort können Sie dann ihre Bedenken artikulieren. Liebe Grüße aus Chemnitz. Ihr geschwätziger, egomaner Psychopath: Njegus

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